A Life, A Song, A Cigarette:
Wie überkommt man die Crux des zweiten Albums? In dem man ganz neue
Seiten aufschlägt und seinen Zweitling gleich mal mit einer Kakophonie
aus Jubel einläutet. A Life, A Song, A Cigarette bewegen sich auf
"Black Air" weit weg von jeglichen Bright Eyes oder
Country-Referenzen - obwohl die Einsamkeit der Americana weiterhin zu
spüren ist und thematisiert wird ("Marie"). Aber das Sextett
traut sich weiter zu gehen: mit dem geschickten Händchen von Ken
Stringfellow (R.E.M., The Posies, uva.) an den Reglern, tauchen sie, fern
jeglicher Szenerien, ab in eine neue Dimension. Dort wo der Blues mit
einer Selbstsicherheit aus dem Ärmel geschüttelt wird
("Down"), dort wo die Arrangements locker zwischen
zerbrechlicher Einsamkeit ("Fever") und 60er Jahre Experimenten
dahin schweben ("Tears"), dort wo man nicht weiß ob man weinen
soll oder ob doch wieder alles gut wird ("Truth").
Frontman Stephan Stanzel trägt sein gebrochenes Herz gerne wie einen
Orden an seiner Brust, doch auf "Black Air" macht die
Melancholie Pause und lässt die Bühne frei für den ein oder anderen
Appell: Der Titeltrack "Black Air" und das lokal-kolorierte
"Simmering" beschreiben die Momente gefangen zwischen Stagnation
und Eskapismus. "This town is driving me mad" kann als
Schlachtruf verstanden werden - und verleitet einen dazu es lauthals mit
zu grölen. Was A Life, A Song, A Cigarette geschaffen haben ist episch -
was sich musikalisch durch eine neue Cleverness, einen neuen Mut weit
über das ohnehin schon raffinierte Debüt erhebt, wird durch die neuen
Ecken und Kanten nur noch verschärft. Hier ist man (sich) nicht mehr
sicher, aber das Wanken gefällt. Wie an einem gelungenen Abend,
vermittelt "Black Air" das Gefühl, dass da noch was in der Luft
ist - dass da noch so einiges passieren wird.
4th Time Around:
4th Time Around hocken in Basel und docken an die dunklen Seiten der
Singer/Songwriter-Traditionen an. Dafür steigen sie auf die Bühnen
dieser Landstriche und bringen die Leute zum Heulen. Im Sommer 2006
verschanzten sie sich im Studio und spielten während langen, dunklen,
hämoglobinarmen Monaten ihr erstes Album „A Morning Prayer“ ein –
12 Exzerpte, in deren Zentrum der Song steht, aber an der Peripherie
wieselt und wuselt es in allen Variationen. Mandolinen zirpen, Orgeln
holeien, und die Stimmen singen vom einsamen Bier auf der Veranda, vom
brennenden Jerusalem und den miesen Morgenstunden, an denen die
Schrotlinte oft näher liegt als die Kaffeetasse. Manche sagen: Americana.
Andere: Grosse Nachtmusik. Recht geben wir beiden.
WIR:
Viel Selbstmitleid und Ironie, eingepackt in nachdenkliche Texte. So
begeistern die drei im Durchschnitt 17-jährigen aus Freiburg nun schon
seit 2005 auf über 200 deutschlandweiten Konzerten (u.a. Einsicht Tour
(14 Tage durch Deutschland), ZDF Fernsehgarten/Mainz, CocaCola Bandcontest,
ZMF/Freiburg, Europa Park/Rust, LKA/Stuttgart…) und nicht zuletzt hat
das auch die Pop Akademie/Mannheim bemerkt und sie in die 10. Generation
des Förderprogramms Bandpool aufgenommen. Sie überfluten die Bühnen mit
frischer Energie und teilten sich schon mit Künstlern wie Revolverheld,
Liquido, Laith Al Deen, Bananafishbones, The Kilians und Peilomat die Bühne.
Emotionsgeladener Deutsch-Rock der ins Herz geht und nicht wieder raus.
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